Pastinaken und Möhren gesät
14.04.2014
von: Carsten Schumacher
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"Bemess den Schritt, bemess den Schwung, die Erde ist noch lange jung, dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht, die Ruh ist süss es hat es gut, hier eins das durch die Scholle bricht, es hat es gut, süss ist das Licht und keines fällt aus dieser Welt, und jedes fällt wie's Gott gefällt."

Mit diesen guten Segenswünschen hat letzte Woche die dritte Klasse der Mindener Waldorfschule Weizen auf dem (Bio-) Schulacker ausgesät, wie es bei unseren Vorfahren üblich war.  Zuvor sind einige Furchen des Ackers eigenhändig mit Muskelkraft gepflügt und die gesamte Fläche aus eigener Kraft geeggt worden  (Applaus ! Applaus,...den 23 Schüler_innen !). Und auch unser neuester Acker, das Grenzland, hat gute Segenswünsche dringend nötig. Nachdem es im letzten Jahr nur zwei von sechs Sätzen Fenchel augrund verheerenden Drahtwurm-Frasses zur Ernte geschafft haben, schlagen diese unangenehmen Schädlinge dieses Jahr bereits in den ersten zwei Sätzen Spitzkohl richtig zu. Und das obwohl wir auf diesem Stück Land die besonders drahtwurmgefährdeten Kulturen wie Kartoffeln, Salate oder eben besagten Fenchel erst gar nicht geplant haben. Möge also dieser Segensspruch Unheil fernhalten, nicht nur von Pastinake und Möhre, sondern auch von allen weiteren dieses Jahr auf dem Grenzland geplanten Kulturen wie Sellerie, Fenchel, Wirsing, Kohlrabi, Butterrüben, Rettich, Kürbis und Rote Bete.

Darüberhinaus versuchen wir den Drahtwurm aber auch "auszuhungern", indem wir ihm durch möglichst langes "schwarz halten" des Bodens die Nahrungsgrundlage entziehen. Als positiver Nebeneffekt kommt dieses Vorgehen auch einer "Unkrautkur" gleich, die das Stück Land ebenfalls gut gebrauchen kann. Sind die Probleme mit Drahtwurm und starkem Wildkraut-Druck zurückgedrängt, streben wir zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit wieder einen deutlich höheren Gründüngungs-Anteil an.